Pamela Dellal, mezzo soprano

 

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Motet Translations

Heinrich Schütz: "Wer sich des Höchsten Schirm," SWV 189 - Becker Psalmen

Psalm 91

Wer sich des Höchsten Schirm vertraut,
Sucht Schutz bei ihm in Nöten,
Der hat für Unglück wohl gebaut,
Gott kann und will ihn retten.
Getrost er zu dem Herren spricht:
Du bist mein Burg, mein Zuversicht,
Mein Gott, auf den ich hoffe.

Er deckt uns mit den Flügeln sein,
Läßt sein Gnad ob uns schweben,
Gleichwie ein Henn ihr Küchelein
Bewahrt er unser Leben,
Sein Wahrheit, unser Schild und Schirm,
Schütz uns, das wir nicht falln und irrn,
Er hält, was er zusaget.

Ein Christ, zu Gott sein Trauen stellt,
Hat sein Zuflucht zum Herren,
Drum über ihm Gott treulich hält,
Schafft alle Plage ferne,
Kein Übels ihm begegnen muß,
Das Unglück darf mit keinem Fuß
Zur Hütten sein sich nahen.

Sein Engeln Gott befohlen hat,
Daß sich dich auf dein Wegen
Behüten stets vor Gfahr und Schad,
Die Händ dir unterlegen,
Daß dein Fuß nicht stoß an ein Stein,
Auf Ottern wirst du gehn herein,
Auf Löwen und Drachen treten.

Mein Gnad, spricht Gott, und ewig Treu
Will ich dem gwiß verliehen,
Der meinen Nam bekennet frei,
Ruft er, ich hör sein Schreien
Ich will ihn schützen gwaltiglich,
Sein Hoffnung soll ihm fehlen nicht,
Die er auf mich gestellet.

Ich bin selbst bei ihm in der Not,
Drum muß ihm wohl gelingen,
Ich will ihn reißen aus dem Tod
Und hoch zu Ehren bringen,
Ihn sättigen mit lange Leben,
Fried, Freud, und Guts die Fülle geben,
Mein Heil will ich ihm zeigen.


Die uns gefangen hielten lang
So hart an selben Orten,
Begehrten von uns ein Gesang
Mit gar spöttlichen Worten
Und suchten in der Traurigkeit
Ein frohen Gesang in unserm Leid:
Ach lieber, tut uns singen
Ein Lobgesang, ein Liedchen schon
Von den Gedichten aus Zion,
Das fröhlich tut erklingen.

Wie sollen wir in solchem Zwang
Und Elend, jetzt vorhanden,
Dem Herren singen ein G’sang,
Sogar in fremden Landen?
Jerusalem vergeß ich dein,
So wolle Gott, der G’rechte mein
Vergessen in mein’m Leben.
Wir könn’n nicht Freud erzwingen,
Fröhliche Lieder singen,
Da wir im Elend leben

Whoever relies on the protection of the Highest,
And seeks shelter from Him in need,
Has built wisely against misfortune;
God can and will save him.
Comforted his speaks to the Lord:
You are my fortress, my confidence,
My God, in whom I hope.

He shelters us with His wings,
And lets His grace hover over us;
Just like a hen with her chicks,
He protects our life.
His truth, our shield and bulwark,
Guards us, so that we do not fall or err;
He fulfills what He promises.

A Christian who places his trust in God,
Has his refuge in the Lord,
Therefore God keeps faith with him,
And keeps all troubles distant;
No evil will confront him,
Misfortune may not by foot
Approach his tents.

God has commanded His angels
To protect you on your ways,
Guarding you always from danger and mishap,
And to place their hands beneath you,
So that your foot does not stumble against a stone;
You will tread forth upon adders,
And step upon lions and dragons.

My grace, says God, and eternal faith
I will grant indeed to him
Who freely recognizes my Name;
He cries: I hear his calling.
I will protect him powerfully,
His hope will not fail him,
Which he places in Me.

I myself will be with him in trouble,
So he will always succeed;
I will wrest him from death
And bring him great honor.
I will satisfy him with long life,
Peace, joy, and goodness grant in fullness;
I will show him my salvation.